Gehälter in Deutschland

Gehaltsvergleich Deutschland: Verdiene ich genug?

Das Geld und der eigene Lohn sind ein Dauerbrenner-Thema in den Diskussionen aller gesellschaftlichen Gruppen. Fast jeder Mensch beschäftigt sich mit der Frage, ob er genug verdient, wie seine Bezahlung im Vergleich mit anderen Berufsgruppen ist und wie und wo er mehr verdienen könnte. Das deutsche Durchschnittseinkommen liegt im internationalen Vergleich auf Rang 15. Ein Bundesbürger verdient netto etwa 16.440,60 Euro jährlich. Dies entspricht einem durchschnittlichen Monatsgehalt von 1.370,05 Euro. Ein deutscher Gesamthaushalt bringt durchschnittlich monatlich 2.700 Euro auf. Nach Abzug der Lebenshaltungskosten bleiben dem Haushalt dabei 1.350 Euro zur freien Verfügung.

Die Gehaltspyramide

Das deutsche Gehaltsgefüge unterscheidet sich allerdings drastisch nach zwei Kategorien: Region und Ausbildung. Grundsätzlich ist es noch immer so, dass die Menschen in den neuen Bundesländern wesentlich schlechter (20 Prozent und mehr) als die Menschen im Westen verdienen. Zudem gilt allgemein: Wer im Norden oder Osten lebt, der verdient wahrscheinlich weniger als die Menschen im Südwesten oder Süden. Noch drastischer ist das Gefälle im Gehaltsvergleich Deutschland, wenn man nach Ausbildung sortiert: Die Akademiker zählen auch in der Bundesrepublik zu den Topverdienern, während ungelernte Kräfte trotz einer Vollzeitbeschäftigung häufig auf nicht einmal 1.000 Euro monatlich kommen. In die Höhe des Gehalts spielen zudem klassische Faktoren wie Alter und Geschlecht hinein. Frauen werden durchschnittlich immer noch schlechter entlohnt als Männer. Bei gleicher Qualifikation und gleicher Arbeit kostet die Frau das zweite X-Chromosom durchschnittlich zwanzig Prozent ihres Lohns. Auffällig dabei ist: Je höher das Gehalt ist, desto größer ist auch die prozentuale Schere zwischen Mann und Frau. Anders ausgedrückt: Ungelernte verdienen gleich viel.

Wie kommen Gehälter überhaupt zu Stande?

Grundsätzlich unterliegen die Gehälter in der Bundesrepublik der freien Verhandlung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Wer neu in einem Betrieb anfängt, erhält einen Gehaltsvorschlag vom Arbeitgeber, den er akzeptieren oder mit einem Gegenvorschlag zurückweisen kann. Je höher die Qualifikation ist, desto höher ist die Chance eines Menschen, sein Gehalt faktisch selbst zu bestimmen. Allerdings gibt es Zusätze. In manchen Ländern hat die Politik einen flächendeckenden Mindestlohn gesetzt. Diesen gibt es in der Bundesrepublik nicht. Stattdessen verhandeln hierzulande die Tarifparteien über einen Tarifvertrag, der nach Branchen geschlossen wird (also zum Beispiel Dienstleistungen, Metall, etc.). Die Tarifparteien sind die Arbeitgeber und die Gewerkschaften. Der Tarifvertrag bildet eine Untergrenze für das, was die Betriebe ihren Mitarbeitern bezahlen dürfen. Wer nicht Teil des Tarifsystems ist, der ist nicht gezwungen, sich an die Tarifvereinbarungen zu halten, wird jedoch stark angehalten, es doch zu tun. Generell gilt die Faustformel: Man sollte seine Mitarbeiter wenigstens zwei Drittel der Summe bezahlen, die im Tarifvertrag fixiert ist. Dies gilt als der inoffizielle Mindestlohn. In der Politik gibt es immer wieder Bestrebungen, tiefere Gehälter als unsittlich verbieten zu lassen.